Campus Hörakustik gefördert im Rahmen der Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)

Im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung“ (INex-ÜBA) wird der Lübecker Campus Hörakustik mit seinem Projekt „Exzellenz-Campus Hörakustik“ (ECHA) als eines von 28 geförderten Projekten gefördert. Über die nächsten drei Jahre erhält die Akademie für Hörakustik aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) fast 400.000 Euro zur Weiterentwicklung des weltweit einzigartigen Bildungscampus für die Hörakustik.
In zwei Teilvorhaben werden digitale Simulatoren für Hörmessungen sowie Kooperationskonzepte mit verwandten Berufen im europäischen Ausland entwickelt.
Auszubildende im Hörakustiker-Handwerk lernen u. a. Menschen mit Hörminderung zu beraten, Hörtests am Kunden durchzuführen und Hörgeräte individuell anzupassen.
Die Arbeit mit schwerhörigen Probanden ist dabei nur sehr eingeschränkt möglich, da die Koordination aufwendig ist und die Kosten hoch sind. Darüber hinaus stehen nur wenige Testpersonen zur Verfügung, die bevorzugt für komplexere Übungssituationen in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) und Meistervorbereitung eingesetzt werden sollten. Bestimmte Typen von Hörverlusten sind zudem anspruchsvoll in der technischen Messung und didaktisch sehr wertvoll, bei den Probanden aber nur selten vorhanden.
Ziel des Projekts ECHA (Exzellenz-Campus Hörakustik) ist daher die Entwicklung, eines digitalen Hörverlustsimulators, mit dem die Messung eines beliebigen simulierten Hörverlustes für alle Auszubildenden möglich ist. Dadurch, dass der Simulator in bestehende Messsysteme integriert wird, kann an realen Menschen geübt werden. So kann gegenüber rein elektronischen oder softwaregestützten Simulatoren auch die komplexe soziale Komponente der Interaktion gelehrt und trainiert werden.
Darüber hinaus werden Kooperationskonzepte mit verwandten Berufen im europäischen Ausland entwickelt. Hierzu nutzt der Campus Hörakustik das bestehende Netzwerk mit der europäischen Berufsorganisation AEA (European Association of Hearing Aid Professionals) zur internationalen Kooperation. Außer in den deutschsprachigen Ländern ist der Hörakustikerberuf nahezu überall im akademischen Sektor angesiedelt. Im Projekt sollen die Berufsbildungssysteme verglichen werden. Gesucht werden vor allem Themenbereiche, in denen ein Austausch zwischen handwerklicher und universitärer Bildung beiderseitige Transferpotenziale verspricht. In diesen Themenbereichen werden dann Konzepte zum Austausch und zum gegenseitigen Lernen des Bildungspersonals erarbeitet.
Das Projekt ECHA wird gefördert im Rahmen der Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das Projekt läuft vom 01.12.2025 bis zum 31.11.2028. Mehr Informationen unter https://afh-luebeck.de/echa und auf der Webseite des BIBB.