ECHA

Exzellenz-Campus Hörakustik – Duale Ausbildung im internationalen Netzwerk

Das Projekt „ECHA“ zielt darauf, tragfähige Konzepte für Kooperationen im europäischen Bildungsraum zu entwickeln, die den Austausch von Bildungseinrichtungen der Hörakustik initiieren und internationale Best Practices für den Transfer in die deutsche ÜBA analysieren. Zudem soll ein digitaler Hörverlustsimulator entwickelt und in die ÜBA eingeführt werden.

Das Projekt ECHA wird gefördert im Rahmen der Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das Projekt läuft vom 01.12.2025 bis zum 31.11.2028.

© Icons: BIBB, generiert mit Hilfe von KI (Adobe Firefly)

Ausgangslage

In der Ausbildung zum Hörakustiker lernen Auszubildende u. a. Menschen mit Hörminderung zu beraten und betreuen, Hörtests am Kunden durchzuführen und Hörgeräte individuell anzupassen.
Die Arbeit mit schwerhörigen Probanden ist dabei nur in engen Grenzen möglich. Zum einen ist der Einsatz aufwändig zu koordinieren und kostenintensiv. Zum anderen stehen nur wenige Testpersonen zur Verfügung, die bevorzugt für komplexere Übungssituationen in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) und Meistervorbereitung eingesetzt werden sollten. Einige bestimmte Typen von Hörverlusten sind zudem technisch anspruchsvoll zu messen und didaktisch sehr wertvoll, jedoch in der Population der Probanden nur selten vorhanden.

Das Projekt „ECHA“ möchte daher einen digitalen Hörverlustsimulator entwickeln, um die Messung eines beliebigen simulierten Hörverlustes für alle Auszubildenden verfügbar zu machen.
Zudem strebt das Projekt länderübergreifende Kommunikations- und Kooperationsformate an, um das überbetriebliche Bildungssystem qualitativ anzuheben und neue Perspektiven für die ÜBA im Bereich der Hörakustik zu eröffnen.  

Ziele

Das Projekt „ECHA“ zielt darauf, Konzepte für den wechselseitigen Austausch zwischen Bildungseinrichtungen der für die Hörsystemversorgung zuständigen Berufsgruppen im europäischen Raum zu entwickeln. Dazu plant das Projekt, internationale Best-Practice-Beispiele (anhand der Lehrpläne) zu analysieren und für die deutsche ÜBA herauszuarbeiten. Vielversprechende Kooperationspartner sollen identifiziert und besucht werden. Im Fokus sollen dabei interkulturelle Kompetenzen, der Einsatz von digitalen Lernmedien und die Verwendung von Simulatoren stehen.

Zudem möchte das Projekt einen digitalen Hörverlustsimulator entwickeln, in die ÜBA einführen und evaluieren. Der Simulator hebt die ÜBA im Tätigkeitsbereich Audiometrie auf ein neues Niveau, indem Hörverluste an normalhörenden Probanden simulierbar werden.

Projektschritte und -umsetzung

Das Projekt „ECHA“ möchte zwei Teilprojekte umsetzen, darunter die Entwicklung, Einführung und Evaluation eines digitalen Hörverlustsimulators sowie die Konzeption für einen internationalen Austausch von Bildungseinrichtungen im Handwerk der Hörakustik. Dazu wird das Projektteam…

im Teilprojekt Hörverlustsimulatoren…

  • … die Anforderungen der Fokusgruppen erheben
  • … einen Prototypen entwickeln und rechtliche Prüfungen vornehmen, um sicherzustellen, dass alle relevanten Vorschriften eingehalten werden
  • … den Rollout des Gerätes und Schulungen der Lehrenden für den Einsatz in der überbetrieblichen Ausbildung vornehmen
  • … eine Evaluation des Einsatzes in der ÜBA durchführen
  • … basierend auf der Evaluation den Einsatz im Prüfungswesen umsetzen
     

… im Teilprojekt internationale Zusammenarbeit…

  • … eine Analyse der internationalen Ausbildungswege und Curricula durchführen
  • … Transferpotenziale im internationalen Vergleich ausfindig machen, Potenziale abgleichen und die Kontaktaufnahmen zu anderen Bildungseinrichtungen herstellen
  • … Kooperationskonzepte ausarbeiten
  • … Lehrende zu interkulturellen Trainerinnen und Trainern weiterbilden

Mehrwert

Der Messung von Hörverlusten in der ÜBA waren bislang Grenzen gesetzt. Die Arbeit mit schwerhörigen Probanden ist aufwändig zu koordinieren und es stehen nur wenige Probanden zur Verfügung. Der Simulation von Hörverlusten wiederum (z. B. durch Verschluss des Gehörgangs mit Lärmschutz-Stöpseln) waren bislang enge Grenzen gesetzt – sowohl beim erreichbaren Grad des Hörverlustes als auch bei der Realitätsnähe der Ergebnisse. Dieser Problematik entgegnet das Projekt „ECHA“ mit einem Hörverlustsimulator, der den Unterricht in der ÜBA sowohl für Ausbildende als auch Auszubildende qualitativ anhebt und die Thematik für alle Beteiligten zugänglich macht. Valide und wiederholbare Übungsmöglichkeit werden somit möglich.

Die internationale Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen ermöglicht vielseitige Zugänge zu akademisch-medizinischen Themen in den Partnerländern, sodass Innovationen für die ÜBA erschlossen werden können. Die Zusammenarbeit stärkt interkulturelle Kompetenzen der Lehrenden und stellt die ÜBA zukunftssicher auf, um Fachkräfte optimal für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Im Fokus der Betrachtungen steht zudem die kooperative Entwicklung und der Einsatz digitaler Lernmedien, die mehrsprachig zur Verfügung stehen sollen.

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