EUHA-Kongress 2026
Um Technik, Trends und KI ging es auf dem 70. Internationalen EUHA-Kongress mit Industrieausstellung vom 14. bis 16.10.2026 in Hannover. Die Akademie für Hörakustik (afh) informierte drei Tage lang über Aus- und Fortbildung am gemeinsamen Messestand der afh, biha und LBS. Dr. Frederick Hahn, Leiter Fort- und Weiterbildung an der Akademie, gab auf der EUHA-Live Area dem interessierten Nachwuchs praxisnahe Einblicke in die Hörakustiker-Ausbildung in Lübeck: Er zeigte den Weg vom Gesellen bis zum Meister auf, inklusive hilfreichen Tipps zu Fördermöglichkeiten.
Dr. Christian Welzbacher, Leiter des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover, widmete sich im Rahmen der Mitgliederversammlung dem Thema „Wege ins Handwerk“. Er ging in seiner Keynote auf die Akquise von Auszubildenden ein. „Junge Menschen suchen Wirksamkeit, Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten. Das Handwerk kann diese Motive grundsätzlich erfüllen – muss seine Karrierewege und seine technologische Zukunft aber sichtbarer und glaubwürdiger vermitteln. Insbesondere das bereits hochgradig digitalisierte und medizinisch relevante Hörakustikhandwerk kann seine Karten im Recruiting und in der Betriebsorganisation konsequent ausspielen und das Demografie-Problem mit den Stärken der Gen Z und der KI lösen“, so Dr. Welzbacher.
Angesichts des Fachkräftemangels stellte Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), Forderungen an die Politik: „Die klein- und mittelständigen Betriebe schaffen Ausbildungsplätze und sorgen für eine wohnortnahe Versorgung. Diese gilt es zu erhalten. Das Nebeneinander von Groß und Klein hat sich bewährt. Beides hat seine Berechtigung, beides muss unterstützt werden. Ganz im Sinne eines gesunden Wettbewerbs und einer gesunden Versorgungsstruktur in unserem Land.“
Was die dramatischen gesundheitspolitischen Entwicklungen anbelangt, forderte Präsident die Politik in Berlin auf, einen Kahlschlag bei den klein- und mittelständischen Betrieben zu verhindern. „KO-Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich gehen zu Lasten der Versorgungsqualität und damit zu Lasten der Patienten“, so Schmidt weiter. „Gleiches gilt für den immer größer werdenden administrativen Aufwand ohne erkennbaren Mehrwert.“