HörHanse: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin zu Besuch

Wie kann Zusammenarbeit zwischen Handwerk, Medizin und Forschung dazu beitragen, das Thema Hören besser zu verstehen und die Versorgung weiterzuentwickeln? Darüber informierte sich die Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holsteins, Dr. Dorit Stenke, bei einem Besuch des HörHanse e.V. am 1. April 2026 in Lübeck. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Universität zu Lübeck, TH Lübeck, Musikhochschule Lübeck, das UKSH, das DHI, hearconcept, die Bundesinnung der Hörakustiker und der Campus Hörakustik.

„Am Standort Lübeck kommen Ausbildung, Forschung und praktische Versorgung in außergewöhnlicher Weise zusammen – von der Berufsschule über Meisterqualifikation bis zu Studium und wissenschaftlicher Forschung. Die HörHanse verbindet diese Strukturen und stärkt den Austausch zwischen den Beteiligten. Ganz Schleswig-Holstein kann davon profitieren“, sagte Ministerin Dr. Stenke beim Besuch der HörHanse.

Damit griff sie ein Thema auf, das auch gesellschaftlich an Bedeutung gewinnt: Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Bedarf an professioneller Hörversorgung, zugleich entwickeln sich Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das menschliche Gehör stetig weiter.

Bei Gesprächen lernte Dr. Stenke die verschiedenen Perspektiven der in der HörHanse verbundenen Akteure kennen. Zudem bekam sie praktische Einblicke in Techniken. So demonstrierten Lehrkräfte des Campus Hörakustik den Ohrscan.

Robin Hartmeyer, Vizepräsident der Bundesinnung der Hörakustiker, unterstrich die große Bedeutung des Standortes Lübeck für die berufliche Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk. Am Campus Hörakustik unterrichten die Akademie für Hörakustik und die Bundesoffene Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen im Rahmen einer international einmaligen Lernortkooperation gemeinsam zukünftige Hörakustiker und Hörakustikerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet in Theorie und Praxis. „Am Campus ermöglichen ein hoher technischer Standard und hoch qualifiziertes Lehrpersonal eine Ausbildung, die bestens auf spätere berufliche Herausforderungen vorbereitet“, so Hartmeyer. „Die HörHanse erweitert das Spektrum des Campus, indem sie Verbindungen zu weiteren wichtigen Akteuren rund um das Hören schafft.“

Auch der Wissenschaftsrat begrüßt „angesichts des hohen Stellenwerts der Hörakustikausbildung in Lübeck das neugegründete Bündnis HörHanse und ermutigt […], dieses Alleinstellungsmerkmal sichtbarer zu machen und gemeinsam mit einschlägigen Unternehmen und Krankenhäusern Transfer- bzw. Translationspotenziale zu erschließen“.

Die HörHanse bringt Menschen zusammen, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Hören beschäftigen. Dazu gehören Hörakustikerinnen und Hörakustiker, Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Lehrende und Ausbildende. Sie arbeiten weiterhin in ihren jeweiligen Berufen – etwa in der Versorgung von Patientinnen und Patienten, in der Ausbildung des Branchennachwuchses oder in Forschung und Lehre. Im Netzwerk lernen sie die Perspektiven der anderen Bereiche kennen und tauschen sich über Erfahrungen, Fragestellungen und mögliche gemeinsame Ansätze aus. So können Kompetenzen gebündelt und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. Gleichzeitig entstehen Kontakte, die Kooperationen erleichtern und den Austausch zwischen Praxis, Ausbildung und Forschung stärken.

„In den vergangenen Jahren ist ein Netzwerk entstanden, in dem Menschen rund um das Thema Hören auf Augenhöhe zusammenarbeiten“, sagt PD Dr. Hendrik Husstedt, Vorstandsvorsitzender des HörHanse e.V. „Besonders wichtig ist die enge Verbindung von Handwerk, Hörversorgung und Wissenschaft. Erkenntnisse aus der Forschung fließen direkt in die Versorgung von Menschen mit Hörproblemen ein, während Erfahrungen aus Klinik und Hörakustik zugleich wichtige Impulse für die Forschung geben. Auf dieser starken Vernetzung möchten wir weiter aufbauen.“

Für die kommenden Jahre planen die Beteiligten, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Diskutiert werden unter anderem gemeinsame Forschungsinfrastrukturen, stärkere Kooperationen mit Unternehmen sowie internationale Kontakte.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Koordination des Vereins als Netzwerks: So werden Strukturen geschaffen, in denen sich Menschen aus unterschiedlichen Bereichen begegnen, austauschen und gemeinsame Projekte entwickeln können.

Wie dieser Austausch konkret aussieht, zeigt sich bei den HörHanse-Tagen am 10. und 11. Juni in Lübeck, bei denen Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zusammenkommen, Einblicke in aktuelle Projekte geben und interdisziplinäre Impulse setzen.