Willkommen beim Lübecker CI-Symposium!

Abhängig vom Grad einer Hörschädigung sind Cochlea-Implantate entweder die einzige Möglichkeit zur Wiedererlangung von Hören und Sprachverstehen oder eine wirkungsvolle Alternative zur klassischen Hörgeräteversorgung. Mit der rasanten technischen Weiterentwicklung wächst der Bedarf an strukturierter und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Hörakustiker:innen nehmen dabei eine zentrale Rolle in der patientenorientierten und kontinuierlichen Nachsorge ein.

Das Lübecker CI-Symposium bietet eine Plattform für den fachlichen Austausch rund um die Cochlea-Implantat-Versorgung. In Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden werden aktuelle Entwicklungen und praxisnahe Versorgungskonzepte vorgestellt. Gleichzeitig fördert die Veranstaltung den gemeinsamen Dialog und die Vernetzung innerhalb der CI-Branche.

Die Veranstaltung richtet sich an erfahrene Partner:innen in der CI-Versorgung ebenso wie an Interessierte aus Hörakustik, Audiologie, Medizin, Therapie und Beratung. Unser Ziel ist es, Versorgungsstrukturen transparenter zu machen und die Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken.

Wann und Wo?

Datum: 13. & 14. November 2026
Ort: Campus Hörakustik
Bessemerstr. 3
23562 Lübeck

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Programmübersicht

Freitag, 13.11.2026

Zeit Programmpunkt
09:00 – 09:30 Uhr Ankommen & Get together
09:30 – 09:45 Uhr Begrüßung
Stefanie Ziegler
09:45 – 10:00 Uhr Die Geschichte des CI-Akustik-Seminars und die Zukunft der Hörakustik in der CI-Branche
Stefanie Ziegler
10:00 – 10:05 Uhr Grußworte der Bundesinnung der Hörakustiker
10:05 – 10:25 Uhr Ideale Partner: Selbsthilfe und Akustiker vor Ort
Ulrike Berger
10:25 – 11:00 Uhr Industrieausstellung & Kaffeepause
11:00 – 11:20 Uhr Eltern stärken, Sprachentwicklung unterstützen – Marte Meo im Kontext von Hörbehinderung
Dr. Yvonne Seebens
11:20 – 11:40 Uhr Der „Hearing Loss – Quality of Life“ (HL-QOL) Fragebogen
Dr. Angelika Illg
11:40 – 12:00 Uhr Höranstrengung – mehr als nur Verstehen
Dr. Melanie Krüger
12:00 – 12:05 Uhr Einweisung in die Workshops
12:05 – 13:30 Uhr Industrieausstellung & Mittagspause
13:30 – 14:20 Uhr Workshoprunde 1
14:20 – 14:35 Uhr Gruppenwechsel & Kaffeepause
14:35 – 15:25 Uhr Workshoprunde 2
15:25 – 16:00 Uhr Industrieausstellung & Kaffeepause
16:00 – 16:20 Uhr N. N.
Petra Andres
16:20 – 16:40 Uhr Von der HörReise zum Netzwerk: neue Wege in der CI‑Nachsorge
Jana Verheyen
16:40 – 17:50 Uhr Podiumsdiskussion mit Hörakustiker:innen
17:50 – 18:00 Uhr Abschluss und Ende
ab 18:30 Uhr Gesellschaftsabend mit Catering

Samstag, 14.11.2026

Zeit Programmpunkt
09:00 – 09:30 Uhr Ankommen & Get together
09:30 – 09:50 Uhr N. N.
Dr. Andre Morsnowski
09:50 – 10:10 Uhr Single-sided Deafness in Alltag und Beruf
Adelgunde Weichenrieder
10:10 – 10:30 Uhr CI-Versorgung bei einseitiger Taubheit: Ein Erfolgsmodell?
Dr. Thomas Wesarg
10:30 – 10:50 Uhr Möglichkeiten der Vorhersage des Ergebnisses bei Cochlea-Implantat-Versorgung
Dr. Ulrich Hoppe
10:50 – 11:30 Uhr Industrieausstellung & Kaffeepause
11:30 – 11:50 Uhr Auswirkungen von Musiktraining auf die Sprachverständlichkeit von CI-Trägern
Dr. Daniela Hollfelder
11:50 – 13:00 Uhr Podiumsdiskussion mit Fachärzt:innen
13:00 – 13:30 Uhr Verabschiedung
Stefanie Ziegler
13:30 – 15:00 Uhr Ende der Veranstaltung & Ausklang mit Imbiss


Workshops am Freitag

Noch ein Hörgerät – oder längst ein Cochlea-Implantat?
Henk de Jong
Ambulante CI-Reha im HCIZ – Vorstellung des Hamburger Hörnetzwerkes
David Nguyen-Dalinger
Das Hörakustik-Handwerk: Integration neuer Kompetenzen bei der Betreuung von Menschen mit Hörimplantaten
Marc Lux

Das Programm als PDF

Änderungen vorbehalten.



Gastdozierende und Mitwirkende

  • Petra Andres

    Coming soon!

  • Ulrike Berger

    „Ideale Partner: Selbsthilfe und Akustiker vor Ort“

    Abstract

    Selbsthilfe und Akustiker vor Ort sind ideale Partner – von der Information über die Begleitung von Kandidaten bis hin zur Nachsorge im Alltag mit dem Cochlea Implantat.

    Im CI‑Prozess unterscheiden sich vier Phasen: Information allgemein, Information möglicher Kandidaten, Beratung auf dem Weg zur Operation und schließlich die Nachsorge im Alltag mit dem CI. In allen vier Phasen spielen Akustiker bereits eine Rolle – und es gibt noch deutlich mehr Potenzial.
    Fokus der Selbsthilfe: Phase 4, das Leben mit dem Cochlea Implantat, weil dort die langfristige Begleitung entscheidend ist.

    Öffentlichkeit und Kandidaten: Selbsthilfe als Brücke

    In gemeinsamen Settings (Beratertage beim Akustiker o. ä. ) werden sehr persönliche Fragen gestellt, die man Ärzten/Akustikern oft nicht stellt – und so können Ängste frühzeitig abgebaut werden.

    Nachsorge: Alltag mit dem Cochlea Implantat

    Hier ist der Akustiker zentraler Fachpartner. Gleichzeitig kann die Selbsthilfe viele Basisfragen bündeln und vorab klären. Selbsthilfe entlastet, Akustiker bleibt Fachpartner. Die Schnittstelle zwischen Klinik, Hersteller, Reha, Akustiker und Selbsthilfe funktioniert dann besonders gut, wenn alle wissen: Wir sind keine Konkurrenz, wir ergänzen uns.

    Zusammenfassung

    Selbsthilfe ist keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zur fachlichen Beratung durch Akustiker. Die Partnerschaft von Selbsthilfe und Akustiker vor Ort ist aus unserer Sicht extrem wichtig – für die Betroffenen, für die Akustiker als Fachleute und für das gesamte Versorgungsnetz.

    Zur Person

    Ulrike Berger ist Geschäftsführerin der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft und Beirätin im Cochlea Implantat Verband Baden-Württemberg.

  • Henk de Jong

    Zwischen Hoffnung und Hörverlust

    „Noch ein Hörgerät – oder längst ein Cochlea-Implantat?“

    Abstract

    Die Beratung zum Cochlea-Implantat beginnt lange vor der Überweisung in eine CI-Klinik. Doch woran lässt sich erkennen, dass eine Hörgeräteversorgung ihre Grenzen erreicht hat, und welche Optimierungsmöglichkeiten sollten zuvor ausgeschöpft werden?
    Im Workshop betrachten wir Kriterien zur Identifikation potenzieller CI-Kandidaten, typische Herausforderungen in der Beratung sowie den Umgang mit Ängsten, Vorbehalten und Unsicherheiten auf Seiten der Betroffenen und der Hörakustik. Darüber hinaus beleuchten wir die Vorbereitung auf die CI-Voruntersuchung und die Rolle der Hörakustik im weiteren Versorgungsprozess.

    Zur Person

    Henk de Jong ist Betriebsleiter bei BÖHM-Hörakustik und verfügt über umfassende Qualifikationen in der Hörakustik und Hörrehabilitation. Er ist Hörakustik-Meister, CI-Akustiker, Päd-Akustiker und Audiotherapeut.

    Die fachlichen Schwerpunkte seiner interdisziplinären Arbeit liegen in der audiologischen Diagnostik, der Versorgung komplexer Hörverluste sowie in der Begleitung von Menschen auf dem Weg zum Cochlea-Implantat. Darüber hinaus bietet er Hörtraining für Menschen mit Hörgeräten und Cochlea-Implantaten an, um das Sprachverstehen und die Kommunikationsfähigkeit im Alltag zu fördern.

  • Tanja Di Mauro

    Zur Person

    Tanja Di Mauro ist Hörakustikmeisterin, Audiotherapeutin und Inhaberin von Hörsinn, Hörgeräte & Mehr.
    Ihre Ausbildung zur Hörakustikerin begann sie 1993, die Gesellenprüfung absolvierte sie 1996. 1999 legte sie die Meisterprüfung im Hörakustiker-Handwerk ab und gründete im Jahr 2000 das Unternehmen Hörsinn.
    Zusätzlich qualifizierte sie sich zur Audiotherapeutin und spezialisierte sich auf die Versorgung und Betreuung von Menschen mit Hörimplantaten. Seit 2013 ist sie im Bereich Cochlea-Implantat-Beratung tätig und absolvierte im selben Jahr die Weiterbildung zur CI-Akustikerin in Lübeck. Seit rund acht Jahren gehört auch die CI-Anpassung zu ihrem Tätigkeitsschwerpunkt.

  • Norbert Enste

    Zur Person

    Norbert Enste ist Hörakustikmeister, Pädakustiker und spezialisierter CI-Akustiker mit langjähriger Erfahrung in der Hörakustik sowie in der Versorgung von Cochlea-Implantat-Trägern. Seit Juni 2021 ist er Geschäftsführer der Enste Hörakustik GmbH mit Sitz in Konstanz, wo er moderne Hörlösungen mit einem besonderen Fokus auf individuelle Betreuung und innovative Versorgungskonzepte anbietet.
    Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Cochlea-Implantaten. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert sich Norbert Enste intensiv im Bereich der Selbsthilfe. Er ist als Hörakustiker für die Selbsthilfeorganisation CIV Baden-Württemberg tätig und unterstützt Betroffene sowie deren Angehörige mit fachlicher Expertise und persönlichem Engagement.

    Darüber hinaus ist er Mitgründer des CI-Expertenzirkels der Meditrend eG, einem Netzwerk spezialisierter Hörakustiker, das den fachlichen Austausch sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung in der CI-Versorgung fördert.
    Im Bodenseeraum ist Norbert Enste in verschiedenen Selbsthilfegruppen aktiv und trägt dort maßgeblich zur Vernetzung, Aufklärung und Verbesserung der Lebensqualität hörgeschädigter Menschen bei.
    Ein besonderes Anliegen ist ihm darüber hinaus die gesellschaftliche Inklusion. Ehrenamtlich engagiert er sich in Initiativen wie „Fasnacht für alle“ und „Wassersport für alle“, die Menschen mit Einschränkungen eine gleichberechtigte Teilhabe an kulturellen und sportlichen Aktivitäten ermöglichen. Zudem ist Norbert Enste als Blindenreporter tätig und trägt mit seiner Arbeit dazu bei, Veranstaltungen für sehbehinderte und blinde Menschen erlebbar zu machen. Dieses Engagement unterstreicht seinen ganzheitlichen Ansatz, Barrieren abzubauen und Inklusion aktiv zu fördern.

  • Prof. Dr. med. Stephan Hoch

    Zur Person

    Prof. Dr. med. Stephan Hoch ist Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und verfügt über eine ausgewiesene Expertise in der Diagnostik und Behandlung von Hörstörungen, Tinnitus und Schwindelerkrankungen sowie in der Versorgung mit Cochlea-Implantaten.
    Seit 2024 leitet er als Chefarzt die Abteilung für Hörstörungen, Tinnitus, Schwindel und Cochlea-Implantate der MEDIAN Kaiserberg-Klinik in Bad Nauheim. Darüber hinaus ist er seit Juli 2022 als angestellter Facharzt im MVZ-Lahnberge in Kooperation mit dem MVZ Ambulantes Operieren Marburg tätig.
    Sein fachliches Engagement zeigt sich auch in seiner langjährigen Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO), der er seit 2013 angehört. Seit 2023 bringt er seine Expertise zudem in mehreren Arbeitsgemeinschaften der DGHNO ein. Dazu zählen die Arbeitsgemeinschaft HNO-Infektiologie und Hygiene, die Arbeitsgemeinschaft Endoskopie sowie die Arbeitsgemeinschaft Lehren und Prüfen in der HNO.

  • Dr. Daniela Hollfelder

    Auswirkungen von Musiktraining auf die Sprachverständlichkeit von CI-Trägern

    Abstract

    Musikwahrnehmung stellt nach wie vor höchste Ansprüche an die Technik der Cochlea Implantate als auch die auditive Verarbeitung der CI -Träger. Der Beitrag stellt unsere Forschungsergebnisse gezielten Musiktrainings auf die Sprachverständlichkeit vor.

    Zur Person

    Neben einem Studium der Musikwissenschaft und Humanmedizin absolvierte sie zudem die Qualifikation zur Hörakustikmeisterin. Seit 2012 ist sie an der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck tätig. Dort leitet sie die HNO-Tagesklinik sowie die Implantatsprechstunde und verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung und Versorgung von Patientinnen und Patienten im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

  • Prof. Dr.-Ing. Dr.rer.med. Ulrich Hoppe

    Möglichkeiten der Vorhersage des Ergebnisses bei Cochleaimplantat-Versorgung

    Abstract

    Eine CI-Versorgung bei erwachsenen Menschen mit progredienter Schwerhörigkeit ist indiziert, wenn sich dadurch ein absehbar ein besseres Sprachverstehen als mit akustisch verstärkenden Hörsystemen erreichen lässt. Welchen Erfolg eine CI-Versorgung hat, kann nicht genau vorhergesagt werden. Es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die präoperativ bekannt sind und das Ergebnis beeinflussen. Insbesondere bei Menschen mit Restgehör ist eine Prognose des CI-Ergebnisses wünschenswert.
    Auf der Basis von über tausend CI-Versorgungen haben wir eine Methode entwickelt, mit der das individuell erreichbare Sprachverstehen abgeschätzt werden kann. Hierzu müssen neben dem Alter noch einige audiometrische Ergebnisse wie das maximale Einsilberverstehen (mEV, dBopt) und das Einsilberverstehen mit Hörgerät bekannt sein.
    Dieser Score kann für die präoperative Entscheidungsfindung genutzt werden, er hilft aber auch in der Nachsorge und kann dort als Parameter zur Qualitätssicherung verwendet werden.
    In dem Vortrag wird das Verfahren vorgestellt und die Möglichkeiten und Grenzen der Vorhersage erläutert.

    Zur Person

    Prof. Dr.-Ing. Dr.rer.med. Ulrich Hoppe studierte von 1987 bis 1993 Physik und Medizin in Göttingen. Er promovierte 1997 an der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg unter Anleitung von Prof. Dr. Dr. Ulrich Eysholdt und Prof. Dr.-Ing. Dietrich Seitzer zum Dr.-Ing. und 2001 zum Dr.rer.med. an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes. 2001 habilitierte er an der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2003 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Biosignalverarbeitung an der TU Ilmenau, wo er bis Dezember 2004 lehrte. Seit 2004 ist er Professor für Audiologie an der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen und leitet dort die Audiologische Abteilung und seit 2009 das CI-Centrum CICERO.
    Er ist im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und seit 2025 Secretary General der European Federation of Audiological Societies. Außerdem wirkt er aktiv im Editorial Board der Zeitschrift für Audiologie, des International Journal of Audiology und der Zeitschrift für Medizinische Physik mit.

  • Prof. Dr. Angelika Illg

    Der “Hearing Loss – Quality of Life” (HL-QOL) Fragebogen

    Abstract

    Auf der Grundlage der Definition von Gesundheit und Lebensqualität der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde ein neuer Fragebogen entwickelt, um die Lebensqualität bei Hörverlust in verschiedenen Alltagssituationen zu bewerten: der Fragebogen zur Lebensqualität bei Hörverlust (HL-QOL).
    Es wurden bereits vor vielen Jahren mehrere Fragebögen zur Lebensqualität entwickelt, die speziell auf die Situation von Menschen mit Hörverlust zugeschnitten sind. Sie konzentrieren sich jedoch auf die Hörfähigkeiten (in Bezug auf die Hörleistung) und vernachlässigen andere Dimensionen, wie z. B. die emotionale Auswirkung. Bei der Formulierung der Fragen des neuen Fragebogens haben wir uns auf die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF/WHO) konzentriert. Dieses Klassifikationsmodell beschreibt den Gesundheitszustand und die Funktionsfähigkeit (Körperfunktionen, Aktivitäten, Partizipation) sowie die Behinderung (Beeinträchtigungen, Aktivitätseinschränkungen, Partizipationsbeschränkungen) einer Person.

    Neben der Lebensqualität mit Hörverlust in verschiedenen Alltagssituationen berücksichtigt dieser Fragebogen auch die emotionalen Dimensionen des Hörverlusts und die Erwartungen der Nutzer an die Qualität und Klarheit des Hörens mit einem Cochlea-Implantat.
    84 Patienten füllten den HL-QOL-Fragebogen zu Validierungszwecken aus. Der Fragebogen besteht aus 23 Elementen auf einer siebenstufigen Likert-Skala (immer (>95 %) bis nie (≤5 %)). Die charakteristischen Werte der Elemente wurden bewertet; die Zuverlässigkeit wurde anhand der internen Konsistenz (Cronbachs α) bestimmt. Die Faktorenstruktur des Fragebogens wurde mithilfe einer Faktorenanalyse untersucht. Die Test-Retest-Zuverlässigkeit wurde bei 63 Probanden getestet. Die Kriteriumsvalidität wurde mit dem Nijmegen Cochlear Implant Questionnaire (NCIQ) getestet. Darüber hinaus wurde die Korrelation zwischen dem Alter bei der Implantation und der Dauer des Hörverlusts mit dem HL-QOL-Gesamtscore getestet.
    Die Ergebnisse bestätigen, dass der HL-QOL ein valides und zuverlässiges Instrument zur Beurteilung der wahrgenommenen Lebensqualität von Deutschsprachigen mit einem Hörimplantat ist. Seine allgemeine klinische Anwendbarkeit wird derzeit in einer laufenden Studie evaluiert.

    Zur Person

    Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

    Die Arbeitsschwerpunkte liegen in der Hörrehabilitation von Kindern und Erwachsenen mit hochgradigen Hörstörungen sowie in der wissenschaftlichen Begleitung moderner Hörimplantat-Versorgungen. Im Mittelpunkt stehen therapeutische Konzepte für Menschen mit Cochlea-Implantaten (CI) und anderen implantierbaren Hörsystemen, die Auswirkungen der Versorgung auf Sprachentwicklung, Bildungschancen und Lebensqualität sowie digitale und interdisziplinäre Therapieansätze.

    • Therapeutische Konzepte in der Arbeit mit hochgradig schwerhörigen Patientinnen und Patienten
    • Digitale therapeutische Methoden und Konzepte
    • Kindliche Reifungsprozesse nach Cochlea-Implantation
    • Spracherwerb mit Cochlea-Implantat (CI)
    • Langzeitergebnisse bei Kindern mit CI
    • Bildungschancen von Kindern mit CI
    • Bildungschancen hörgeschädigter Kinder in Tansania
    • Sequentiell bilaterale CI-Versorgung
    • Bimodale Versorgung von Hörstörungen
    • Elektro-akustische Stimulation bei Patientinnen und Patienten mit Restgehör
    • Neurodegenerative Erkrankungen und CI-Versorgung
    • Stimmliche Veränderungen nach Cochlea-Implantation
    • CI- und ABI-Versorgung bei dysplastischem oder aplastischem Hörnerv
    • Lebensqualität und ganzheitliche Therapieansätze bei Hörschädigungen

    Derzeitige Position

    Seit 1998 leitet sie das pädagogisch-therapeutische Team des Deutschen Hörzentrums Hannover an der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover. Darüber hinaus ist sie in der Lehre an der Leibniz Universität Hannover (LUH) sowie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) tätig.

    Auszeichnungen

    Für ihre Habilitationsschrift „Strategien zur Optimierung der Hörrehabilitation und Steigerung der Bildungschancen bei Patienten mit Cochlea-Implantat“ wurde sie 2019 mit dem KIND Hörstiftungspreis ausgezeichnet.

    Mitgliedschaften

    • Deutsche Gesellschaft für Audiologie (DGA)
    • Berufsverband Deutscher Hörgeschädigtenpädagogen (BDH)
  • Eva Keil-Becker

  • Dr. rer. nat. Melanie Krüger

    Höranstrengung – mehr als nur Verstehen

    Abstract

    Hören und Sprachverstehen sind in anspruchsvollen Alltagssituationen, etwa bei Gesprächen im Hintergrundgeräusch, häufig mit erheblicher kognitiver Anstrengung verbunden. Besonders Menschen mit Hörverlust oder Cochlea-Implantat berichten, dass Verstehen zwar möglich ist, das Zuhören jedoch viel Kraft kostet.
    Höranstrengung ist dabei ein individuelles Erleben: Personen mit vergleichbarem Hörverlust oder ähnlicher technischer Versorgung können dieselben Hörsituationen sehr unterschiedlich wahrnehmen. Klassische audiologische Verfahren wie Ton- und Sprachaudiometrie bilden wichtige Grundlagen der Diagnostik und Versorgung, erfassen jedoch nur begrenzt, wie belastend Hören im Alltag tatsächlich ist. Die subjektive Erfassung von Höranstrengung stellt daher eine relevante Ergänzung dar, insbesondere in der CI-Versorgung.

    Der Vortrag zeigt, warum Höranstrengung ein wichtiger Parameter bei der CI-Anpassung ist, wie sie sich im Verlauf der Versorgung und Akklimatisierung verändern kann und welche Bedeutung sie für Beratung, technische Anpassung und Rehabilitation hat. Ziel ist es, Höranstrengung als alltagsnahen Faktor für eine individuellere und patientenzentrierte CI-Versorgung zu verdeutlichen.

    Zur Person

    Dr. rer. nat. Melanie Krüger
    Projektleiterin, Hörzentrum Oldenburg gGmbH, Oldenburg, Germany
    Nach ihrer Ausbildung zur Hörakustikerin studierte Melanie Krüger Hörtechnik und Audiologie an der Jade Hochschule in Oldenburg und setzte ihr Studium mit einem Master an der Universität Oldenburg fort. Im Anschluss daran promovierte sie zum Thema „Entwicklung einer adaptiven Skalierungsmethode zur Erfassung der subjektiven Höranstrengung“.
    Heute ist Melanie Krüger als Projektleiterin im Hörzentrum Oldenburg tätig, wo sie sich auf die Entwicklung innovativer Methoden zur Hörgeräteanpassung konzentriert. Darüber hinaus engagiert sie sich als Sprecherin der HörWerk-Community, einem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Netzwerk.

  • Marc Lux

    Marc Lux ist 49 Jahre alt und seit 1994 in der Hörakustik tätig. Als Hörakustik-Meister sowie Päd-Akustiker und CI-Akustiker verfügt er über langjährige Erfahrung in der Versorgung von Menschen mit unterschiedlichsten Hörbedürfnissen.
    Im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit war er auch in der CI-Branche tätig und konnte dort umfassende Einblicke in die Versorgung und Betreuung CI-versorgter Menschen gewinnen. Seit 2011 ist Marc Lux selbständig und setzt sich insbesondere für eine ganzheitliche Betreuung von Menschen mit Cochlea-Implantat (CI) im Hörakustik-Fachbetrieb ein.
    Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Integration der Betreuung CI-versorgter Menschen. Dabei verbindet er seine langjährige praktische Erfahrung in der Hörakustik mit seiner Expertise im Bereich der CI-Versorgung.
    Seit über zehn Jahren ist Marc Lux zudem Teil des CI-Akustik-Gastdozententeams und gibt dort seine praktische Erfahrung und sein Fachwissen an Kolleginnen und Kollegen weiter.
  • Dr. rer. nat. Andre Morsnowski

    Cochlear Implant (CI) und Kommunikation – Strategien und Taktiken

    Abstract

    Schwerhörigkeit ist für die Betroffenen zumeist eine Belastung, wird teilweise, etwa bei Hörsturz, sogar als elementare Krise wahrgenommen. Daher diskutieren Psychologen, einen festen Platz in der CI-Leitlinie zu erhalten. Dennoch sind neben den Ärzten CI-Audiologen und Hörgeräteakustiker die Erstkontakte bei der Diagnostik und Therapie von Schwerhörigkeit. Damit fällt diesen neben Ihrer vorgenannten Hauptaufgabe auch die Rolle zu, sich der Bedürfnisse der Betroffenen anzunehmen.
    Im vorliegenden Vortrag wird auszugsweise die bildhafte Vermittlung von Kommunikationsstrategien und -taktiken erläutert. So erhalten die Betroffenen eingängige Bilder, um sich im Alltag an Konzepte zu erinnern und diese umzusetzen.
    Kommunikation mit Schwerhörigen lässt sich auf diese Weise bildhaft als „romantisch Sushi essen“ beschreiben.

    Zur Person

    Dr. rer. nat. Andre Morsnowski ist promovierter Physiker und der Leiter Audiologie an der HNO-Klinik der Kliniken der Stadt Köln. Dort hat er das Cochlear Implant Centrum mit aufgebaut.

  • David Nguyen-Dalinger

    Ambulante CI-Reha im HCIZ – Vorstellung des Hamburger Hörnetzwerkes

    Abstract

    Wie kann interdisziplinäre Zusammenarbeit in der CI-Versorgung konkret gelingen? Der Workshop gibt Einblick in die Arbeit des Hanseatischen Cochlea Implantat Zentrums (HCIZ) und beleuchtet insbesondere die Schnittstellen zur Hörakustik. Im Fokus stehen zwei zentrale Versorgungsphasen: die Begleitung von PatientInnen vor einer CI-Implantation sowie die Unterstützung in der Lernphase nach Aktivierung des Sprachprozessors. Anhand typischer Fallkonstellationen werden Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit zwischen HCIZ, HörakustikerInnen und PatientInnen praxisnah diskutiert. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für erfolgreiche Versorgungspfade zu fördern und konkrete Ansätze für eine noch bessere interdisziplinäre Kooperation aufzuzeigen.

    Zur Person

    David Nguyen-Dalinger (M.Sc.) ist leitender Audiologe an der Asklepios Klinik Nord-Heidberg sowie am Hanseatischen Cochlea Implantat Zentrum (HCIZ) in Hamburg. Nach dem Bachelorstudium der Hörtechnik und Audiologie an der Fachhochschule Oldenburg (B.Eng.) absolvierte er den konsekutiven Masterstudiengang Hörtechnik und Audiologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und schloss diesen 2011 mit dem Master of Science ab.

    Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft in die Arbeitsgruppe Medizinische Physik der Universität Oldenburg. Anschließend war er als leitender Audiologe am Ameos Klinikum St. Salvator Halberstadt sowie am Cochlear Implant Rehabilitationszentrum Sachsen-Anhalt tätig. Seit Dezember 2013 verantwortet er die audiologische Betreuung und Versorgung von Patientinnen und Patienten an der Asklepios Klinik Nord-Heidberg und im Hanseatischen Cochlea Implantat Zentrum.

    David Nguyen-Dalinger ist ordentliches Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Audiologie (DGA).

  • Dr. phil. Yvonne Seebens

    Eltern stärken, Sprachentwicklung unterstützen – Marte Meo im Kontext von Hörbehinderung

    Abstract

    In dem internationalen Konsensus-Statement von Moeller et al. wird die Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion und die Notwendigkeit einer regelmäßigen Beobachtung und Analyse hervorgehoben (Moeller et al. 2024). Währen De Raeve et al. konstatieren, dass es zu wenig Evidenzen im Bereich der Therapie von Kindern mit CI gibt (De Raeve et al. 2023), erarbeiten Curtin et al. aktuell internationale Standards für die Beurteilung der Interaktionsqualität auf Grundlage von Videoaufnahmen (Curtin et al. 2024).

    Auch die aktuellen interdisziplinäre S3-Leitlinien Therapie von Sprachentwicklungsstörungen der AWMF fordert im Rahmen der familienzentrierten Therapie bei Kindern mit Hörstörung einen Schwerpunkt im Bereich Elterncoaching anstatt einer kindzentrierten Therapie.
    Das Marte Meo Konzept besteht seit fast 50 Jahren und findet weltweit Einsatz in bereits über 50 Ländern (Aarts 2024). Im Bereich der Hörpädagogik ist das Konzept noch unterrepräsentiert. Das Ziel ist es, mittels ressourcenorientiertem Videofeedback alltagstaugliche individuelle Empfehlungen zu finden, die sich förderlich auf die kindliche Hör- und Sprachentwicklung auswirken. Um die Sprachlernumgebung für das Kind zu optimieren ist es notwendig, Eltern in ihrem alltäglichen Verhalten zu stärken, mit dem sie den Spracherwerb unterstützen (Batliner und Seebens 2025).
    In diesem Beitrag werden grundlegende Informationen der Marte Meo Methode vorgestellt sowie Kommunikationselemente vorgestellt und ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung anhand von Videoausschnitten praktisch dargestellt.

    Zur Person

    Dr. phil. Yvonne Seebens ist therapeutische Leiterin (ppa.) des Cochlear Implant Centrums Rhein-Main der Hör- und Sprachförderung Rhein-Main gGmbH, in dem sie seit 2006 tätig ist. Nach ihrer Ausbildung zur HNO-Audiologie-Assistentin und ihrem Studium der Heilpädagogik mit Schwerpunkt Rehabilitation gehörloser Menschen erweiterte sie ihre Qualifikationen kontinuierlich, unter anderem zur Audiologischen CI-Assistentin (DGA) sowie zur Marte Meo Therapeutin. Im Jahr 2025 promovierte sie an der Universität zu Köln.
    Neben ihrer langjährigen praktischen Tätigkeit engagiert sie sich als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft CI Rehabilitation (ACIR e.V.) sowie der Lehnhardt Stiftung. Darüber hinaus verfügt sie über umfangreiche Lehrerfahrung in den Bereichen Gehörlosenpädagogik und Hörrehabilitation.
    Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in der CI-Therapie, dem Natürlichen Hörgerichteten Ansatz, der Eltern-Kind-Interaktion sowie der Videointeraktionsanalyse.

  • Dr. med. Harald Seidler

    Coming soon!

  • Dr. med. univ. Jérôme Servais

    Coming soon!

  • Jana Verheyen

    Von der HörReise zum Netzwerk: neue Wege in der CI-Nachsorge

    Warum eine gute CI-Nachsorge nicht trotz, sondern wegen begrenzter Ressourcen neu gedacht werden sollte.

    Abstract

    Gute CI-Nachsorge braucht Zeit – gleichzeitig werden die Ressourcen im Gesundheitssystem knapper. Die Ohrenklinik Bensheim geht deshalb einen Weg, der auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint: Sie investiert gerade zu Beginn der Versorgung intensiv in die Befähigung ihrer Patienten, um Motivation, Eigenverantwortung, Gesundheitskompetenz und Sicherheit für den weiteren Weg zu stärken.
    Jana Verheyen stellt in diesem Vortrag die HörReise Odenwald als zentralen Baustein dieses Nachsorgekonzepts vor und zeigt, welche Faktoren jenseits der Technik zu einem langfristig guten Sprachverstehen beitragen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich menschliche Begleitung und begrenzte Ressourcen miteinander vereinbaren lassen – und welche Aufgaben dabei Klinik, wohnortnahe Versorger, digitale Angebote und die Patienten selbst übernehmen können.
    Mit sprachverstehen.net wird schließlich der nächste Schritt vorgestellt: ein neu entwickeltes, versorgerunabhängiges digitales Netzwerk, das hochgradig Schwerhörige und CI-Träger dabei unterstützen soll, sich im bestehenden Versorgungssystem zu orientieren, vorhandene Angebote gezielt zu nutzen und ihr individuelles Hörpotenzial möglichst selbstbestimmt auszuschöpfen.

    Zur Person

    Jana Verheyen ist Diplom-Betriebswirtin, Diplom-Industrie-Designerin, Audiotherapeutin (DSB), systemischer Coach und Resilienztrainerin. Sie ist selbst von einer progredienten Hörminderung betroffen, hat viele Jahre Hörgeräte getragen und ist heute beidseitige CI-Trägerin.
    Seit 2014 arbeitet sie als Audio Coach mit dem Schwerpunkt Schwerhörigkeit und prachverstehen.
    Seit der Gründung der Ohrenklinik am Heilig-Geist Hospital Bensheim 2021 ist sie die Leiterin der Hörrehabilitation unter Dr. med. Jérôme Servais MBA und hat das dortige patientenzentrierte CI-Versorgungs und Nachsorgekonzept maßgeblich mitentwickelt. Die Ohrenklinik Bensheim gehört mit 180 Cochlea
    Implantationen in 2025 inzwischen zu den drei größten CI-Zentren Deutschlands und verbindet neue Versorgungskonzepte mit konsequenter Patientenbefähigung für eine nachweislich hohe Patientenzufriedenheit und gute Sprachergebnisse.
    Aus Audiotherapie, systemischem Coaching, ihrer klinischen Arbeit und der eigenen Erfahrung mit Hörgeräten und Cochlea-Implantaten entwickelte Jana Verheyen das Bensheimer Modell® zur Gesprächsführung mit Menschen mit Hörverlust. Seit 2025 vermittelt sie den Ansatz in der von ihr entwickelten Weiterbildung zum Audio Coach insbesondere an Hörakustiker sowie an HNO-Ärzte und Therapeuten.
    Jana Verheyen ist Vorsitzende des Bundesverbandes der Audiotherapeuten (BdAt e.V.) und Referentin für Vorträge und Workshops.

  • Adelgunde Weichenrieder

    SSD in Alltag und Beruf

    Abstract

    Dieser Beitrag zum 1. Lübecker CI-Symposium beschäftigt sich mit dem Umgang mit einseitiger Ertaubung aus der Sicht einer betroffenen CI-Akustikerin.
    Ziel ist es, Mitmenschen auf die Besonderheiten im Alltag von einseitig Ertaubten hinzuweisen, sowie eigene Erfahrungen beim Anpassen von CI-Prozessoren (firmenunabhängig) weiterzugeben. Darüber hinaus werden auch alternative Lösungen wie CROS- und KL-Systeme, sowie ihre Alltagstauglichkeit besprochen.
    Die Basis bildet hierbei die jahrelange Trageerfahrung einer Hörakustikerin, die sich nach fünf Jahren einseitiger Taubheit entschloss, von CROS auf CI zu wechseln und daraufhin einen Weg zu finden, das Einstellmodul näher kennenzulernen. Zusätzlich ging der berufliche Weg nach Abschließen der Meisterprüfung und Weiterbildung zur CI-Akustikerin direkt ins Krankenhaus Martha Maria in München, um an vorderster Front CI´s anpassen und technische Möglichkeiten für CI-Träger ausloten zu können.

    Dabei zeigte sich, dass kein Implantatträger dem anderen gleicht und es auch unter SSD-Patienten große Unterschiede gibt. Obgleich der Großteil der SSD´ler zum „Powerjunkie“ neigt, da man stets versucht ist, das CI-Ohr mit dem Normalhörenden zu vergleichen, gibt es doch akustische Feinheiten, die SSD´ler von bimodal oder bilateral Implantierten differenzieren. So kann beispielsweise ein Abschalten von Situationsautomatiken und Features wie Störgeräuschfilterung das Hören deutlich „natürlicher“ wirken lassen, da es mit dem kontralateralen, normalhörenden Ohr vergleichbarer wird.
    Was bedeutet das für den Hörakustiker vor Ort in der Beratung und anschließenden Betreuung von SSD-Patienten? Eine vollumfassende Aufklärung über den Umgang mit der einseitigen Ertaubung, sowie dem Nutzen eines CI´s im Alltag ist genauso unabdingbar wie die Gradwanderung der elektrischen Stimulation des CI´s zwischen „eigentlich ein bisschen zu viel“ und „adäquat vergleichbar mit dem normalhörenden Ohr“.

    Zur Person

    Adelgunde Weichenrieder ist Hörakustikmeisterin, CI-Akustikerin und Audiologin mit langjähriger Erfahrung in der Versorgung von Menschen mit Cochlea-Implantaten. Nach ihrer Ausbildung zur Hörakustikgesellin bei Bögl Hörakustik absolvierte sie die Meisterfortbildung sowie die Weiterbildung zur CI-Akustikerin an der Akademie für Hörakustik in Lübeck. Darüber hinaus vertiefte sie ihre audiologische Expertise durch den International Audiology Course (IAC 3) des Institute for Cochlea Implant Training.

    Nach mehreren Jahren Tätigkeit in der Hörakustik war sie von 2022 bis Juli 2026 als CI-Audiologin bei CI Beratung und Service BAUER tätig und begleitete die ambulante Rehabilitation und Nachsorge von Cochlea-Implantat-Patientinnen und -Patienten am Krankenhaus Martha-Maria München.

  • Dr.-Ing. Thomas Wesarg

    CI-Versorgung bei einseitiger Taubheit: Ein Erfolgsmodell?

    Gemäß Van de Heyning et al. (2016) ist die einseitige Taubheit (single-sided deafness, SSD) als Vorliegen eines über die vier Frequenzen 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz und 4 kHz gemittelten Hörverlustes in Luftleitung von mindestens 70 dB HL auf dem schwächeren Ohr und von höchstens 30 dB HL auf dem besseren Ohr definiert. Eine einseitige Taubheit kann kongenital vorhanden oder bis zum Beginn des Spracherwerbs (prälingual), während des Spracherwerbs (perilingual) oder nach Abschluss des Spracherwerbs (postlingual) erworben sein. Die häufigsten Ursachen für prälinguale SSD sind eine Aplasie oder Hypoplasie des Hörnervs und eine Zytomegalievirus-Infektion. Postlinguale SSD sind am häufigsten durch einen idiopathischen Hörverlust bedingt.
    Sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen bedingt eine SSD eine gegenüber Normalhörenden geringere Fähigkeit zur Lokalisation von Schallquellen und ein schlechteres Sprachverstehen im Störschall. Die erhöhte Höranstrengung beim Sprachverstehen kann zu Kopfschmerzen, Stress und Müdigkeit führen, die psychische Probleme und eine soziale Isolation zur Folge haben können.

    Zudem leiden mehr als die Hälfte der Erwachsenen mit SSD an einem Tinnitus.
    Zu den Therapieoptionen bei einseitiger Taubheit gehören Contralateral Routing of Signals (CROS)-Hörgeräte, Knochenleitungsimplantate und Cochlea-Implantate (CI), aber auch keine Therapie. Während bei postlingualer SSD eine CI-Indikation auch bei langjähriger Taubheitsdauer von über 10 Jahren besteht, sollte bei prälingualer SSD eine CI-Versorgung im Alter von unter 3 Jahren, d. h. möglichst frühzeitig erfolgen, um einer Ausprägung des auditiven Präferenzsyndroms entgegenzuwirken.
    Bei einseitiger Taubheit ist nur mit CI, bei gegebener Indikation, eine (Re)habilitation des Hörvermögens des schwächeren Ohrs und somit eine (Re)habilitation des binauralen Hörens potentiell realisierbar. Sie ermöglicht sowohl Kindern als auch Erwachsenen eine Verbesserung des Sprachverstehens im Störschall insbesondere bei Präsentation der Sprache auf der CI-Seite sowie der Schalllokalisation. Zudem führt eine CI-Versorgung häufig zu einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Reduktion des Tinnitus. Die in Deutschland seit 2012 etablierte CI-Versorgung bei einseitiger Taubheit ist, bei strenger Indikationsstellung, ein Erfolgsmodell.

    Zur Person

    Dr.-Ing. Thomas Wesarg ist seit 2005 als leitender Audiologe an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg tätig und für den Funktionsbereich Audiologie und den Bereich Technik des Implant Centrum Freiburg (ICF) der Klinik verantwortlich. Er studierte Elektrotechnik, Vertiefungsrichtung Biomedizinische Technik / Biokybernetik, an der Technischen Universität Ilmenau. In 2004 promovierte er zum Dr.-Ing. an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Von 1993-2000 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg und von 2000-2004 in der Abteilung für Experimentelle Audiologie der Universität Magdeburg tätig.
    Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Hördiagnostik und die Anpassung von Cochlea-Implantaten bei einseitiger Taubheit und asymmetrischem Hörverlust sowie die Untersuchung des Sprachverstehens, der Lokalisationsfähigkeit und der Höranstrengung bei Patient*innen mit Cochlea-Implantaten, aktiven Mittelohrimplantaten und Knochenleitungsimplantaten.


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