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Hörgeräte-Museum | Exponate


Hörrohre, Hörpfannen, Hörglöckchen

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Hörrohre (1800 bis 1900)
Klassische Bauform: Verstärkung bis maximal 30 Dezibel; Verstärkungswirkung beruht auf großer Fläche zur Schallaufnahme; starke Resonanzen in Abhängigkeit von der Rohrlänge; z. B. keine Verstärkung um 1600 Herz; die Verstärkung ist sehr unterschiedlich für alle hörbaren Frequenzen; mangels Meßgeräten konnte nur experimentell konstruiert werden

Ear-trumpet in the classic model; acoustic gain up to 30 decibel due to the large area of sound reception; strong acoustic resonances depending on the length of the tube; for example there should be no gain around 1.600 Hertz; the frequency response of gain varies over frequency; former ear-trumpets were only experimentally constructed

Hörpfannen (ca. 1850 bis 1900)
Besondere Bauform: Bündelung der Schallwellen (früher "Schallstrahlen" genannt) in einer parabolischen Pfanne

Ear-trumpet combined with a reflecting parabolic bowl

Hörglöckchen (Ende 19. Jhd.)
Kompakte Hörrohre; oft eine Rohrwendel innerhalb der Schall-aufnahmeglocke gelegen; geringere Verstärkung; weniger Resonanzen; weniger auffällig als lange Hörrohre; teilweise aufwendig verziert und versilbert; gemessene Verstärkung 15 bis 20 Dezibel bei 2,5 Kilohertz

Compact ear-trumpet formed like a bell with one turn inside; smaller gain; less resonances; inconspicuous; some with ornaments or silver plating; acoustic gain from 15 to 20 decibel at 2.500 Hertz

Hörschläuche, Kopfbügelschallfänger, Ohreneinsätze

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Hörschläuche (ab 1820)
Für verdecktes Tragen im Kleiderärmel oder direktes Hineinsprechen aus geringer Entfernung (Patent von Pastor Dunker); weiterer Vorteil war die preiswerte Herstellung; daher wohl die große Verbreitung

Ear-pipes for covered bearing under the clothing or direct speech reception (smaller distance to the speaker); cheap and widely spread
Kopfbügel-Schallfänger (Ende 19. Jhd.)
"Ohrenbrille", beidohrige Versorgung ermöglichte Richtungshören;"Stereo-Effekt" bei freihändigem Tragen; werden heute noch hergestellt;

Head-bow with ear-trumpets for both ears; hand-free and directional hearing; still being produced in some countries
Ohreneinsätze (1923 patentiert)
Erste, rein mechanisch-akustisch wirkende Im-Ohr-Hörhilfen, versilbert; klein und unauffällig; in der Verstärkung nahezu wirkungslos; "Miniaturhörrohre"

First In-The-Ear hearing instrument that runs by mechanic-acoustic principles only; made of silver; very poor acoustic gain; "ear-trumpet in miniature"

Frühe Hörprüfgeräte

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Barany-Trommel (1908)
Hörprüfgerät zur Feststellung von Hörresten durch sehr lauten Lärm; Verwendung bis in die Gegenwart; früher auch bei Hörprüfungen zur Vertäubung des Gegenohres

Instrument to ascertain extreme hearing losses by very loud noise, still in use today; in former times used to mask the opposite ear
Galton-Pfeife (1885)
Hörprüfgerät zur Feststellung von Hochton-Schwerhörigkeit durch einstellbaren Pfeifton; verwendet in Klinik und Arztpraxis

Instrument to ascertain hearing loss in high frequencies through adjustable whistling; used in clinics

Kohlemikrofon-Geräte

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Kohlemikrofon-Hörgeräte (1901 - 1935)
Erste elektrische Hörhilfen, Anwendung der Telefontechnik mit Kohlekörnermikrofon und elektromagnetischem Hörer; beide mit Trockenbatterie in Reihe geschaltet; große Mikrofonflächen nötig; häufig Doppelmikrofon; Nahbesprechung des Mikrofons möglich; eingeschränkter Frequenzbereich von nur 300 bis 3000 Hertz

Hearing-instruments with carbon microphone; first electric hearing-instrument; based on telephone technology; electric circuit with carbon microphone (containing carbon-grains), magnetic receiver and battery connected in series; big microphones or double microphone according to a large area of sound reception needed; proximately speaking into the microphone possible; poor frequency response (about 300 to 3.000 Hertz only)

Röhrengeräte

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Tisch-Hörgerät (1937)
Hörgerät mit Radio-Verstärkertechnik; wegen Netzanschluß für die Stromversorgung der großen Vacuumröhren war es nicht tragbar; erste elektronisch verstärkende Hörhilfe

Hearing Instrument for on the table use only, radio-technology; not portable due to mains connection; the first one that uses the effect of electronic amplification
Taschenhörgeräte mit Miniaturröhren (ab1945)
Tragbare elektronisch verstärkende Hörgeräte in kleiner Bauform durch Elektronenröhren mit nur noch 4,8 mm Æ ; niedrige Röhren-Anodenspannung ermöglichte nun die Verwendung von Batterien (eine Batterie für die Röhrenheizung, eine für die Anodenspannung)

Pocket-hearing-instruments with subminiature electronic tubes of 4.8 mm in cross; small and portable; lower voltages (anode and heating) made it possible to use batteries

Transistorgeräte, HDO-Geräte, IO-Geräte

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Taschenhörgeräte mit Transistoren (ab 1954)
Elektronische Hörgeräte; weitere Verkleinerung durch Transistoren; keine Anodenbatterie mehr nötig; geringerer Stromverbrauch; fortschrittliche Technologie

Pocket-hearing-instruments with semiconductor-technology; smaller by implementing transistors; light-weight; lower power consumption; only one battery needed
Hinter-dem-Ohr Hörgeräte (ab 1957)
Leistungsfähige Hörgeräte; durch Miniaturisierung von Mikrofon, Verstärker, Hörer und Batterie (Quecksilberzelle) so klein, daß jetzt ein Tragen hinter dem Ohr möglich ist; weitere Verkleinerung durch Einsatz von integrierten elektronischen Bauteilen; Übertragung vom Hörer über Hörschlauch zum individuell angepaßten Ohrstück aus Kunststoff, das zusätzlich vielfältige Möglichkeiten der weiteren akustischen Verbesserung bietet; Mikrofon jetzt frei am Ohr getragen, keine störendenden Reibegeräusche mehr; vorteilhafter Kopfschatteneffekt für besseres Richtungshören, v.a. bei 2 Hörgeräten

Behind-The-Ear model, made possible by miniaturization of microphone, amplifier, receiver and battery; further developments by implementing integrated circuits;transmission from the receiver to the individual fitted ear-piece by a flexible pipe; in addition, ear-pieces made of plastics make important acoustic adjustments possible; microphone placed freely near the ear; no more friction noise on clothing; better directional hearing
In-dem-Ohr Hörgeräte (ab 1969)
Hörgeräte zum Tragen in der Ohrmuschel oder heute sogar im Gehör-gang, also an den Orten der natürlichen Schallaufnahme; Vorteile beim Richtungshören; sehr kleine, kaum sichtbare Hörgeräte möglich; Einbau der Mikroelektronik in eine individuelle Maß-Schale aus Kunststoff oder Metall

In-The-Ear model, placed inside the external ear, today even inside the canal, located to regions of natural sound incidence; advantages in directional hearing, nearly invisible; all electronic elements and transducers built into an individual mold of plastic or metal

Hörbrillen

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Hörbrillen (ab 1954)
Kombination von Hörgerät und Brille; unauffällig tragbares Hörgerät; früher aus Platzgründen auf einer Seite Mikrofon und Vorverstärker, auf Gegenseite Endverstärker, Höhrer und Batterie; ein Hilfsmittel für zwei Behinderungen; noch heute werden elegante Hörbrillen gefertigt; Bedeutung für CROS Versorgungen

Hearing glasses as a combination of hearing-instrument and a pair of spectacles; former models with microphone and preamplifier on one side and power-amplifier, receiver and battery on the opposite; one aid for two handicaps; smart models are being built today; especially for CROS-fittings
Knochenleitungs-Hörgeräte (ab ca. 1960)
Einsatz eines besonders stabilen Brillengestelles (oder Kopfbügels), um Körperschall direkt auf den Schädel-knochen hinter dem Gehörgang (Mastoid) aufbringen zu können; so wird Hören bei nicht funktionsfähigem Mittelohr möglich; heute häufig ersetzt durch knochenverankertes Metall mit aufgestecktem Hörgerät

Bone-connected-hearing-instrument; a pair of spectacles (or head bow) is used to press the receiver to the bone behind the ear (mastoid); hearing is possible even without a healthy middle ear; today mostly replaced by bone conducted metal, to be directly connected with the hearing-instrument